Vortrag: Michael Heinrich

Wann? Mittwoch, 18:30-20 Uhr
Wo? Hörsaal 9 (E-Gebäude)
Moderation: Simon Szygula


Referent: Michael Heinrich
Titel: „Die Realität des Gespenstigen. Marx‘ Kritik der klassischen Arbeitswertlehre“
Ankündigungstext:

Marx‘ Werttheorie gilt als Grundlage seiner Kritik der politischen Ökonomie. In der Rezeption wird sie jedoch häufig auf eine einfache „Arbeitswerttheorie“ (ein Ausdruck, den Marx niemals verwendet hat) reduziert: Arbeit schafft Wert. Doch ganz so einfach ist es nicht: Marx kritisiert sehr grundsätzlich die „Arbeitswerttheorie der klassischen politischen Ökonomie (Adam Smith, David Ricardo). Warum nimmt Arbeit überhaupt die Form des Werts an? Und was hat es mit der Objektivität dieses Werts auf sich? Seine Gegenständlichkeit charakterisiert Marx als „gespenstig“. Hat er in England etwa zu viele Gespenstergeschichten gelesen oder ist dieser Ausdruck vielleicht sogar sehr präzise? Der Referent vermutet Letzteres. Im Vortrag soll deutlich werden, was die gespenstige Gegenständlichkeit des Werts mit Fetischismus und der spezifischen Gesellschaftlichkeit einer auf Privatproduktion beruhenden Ökonomie zu tun hat. Das Resultat ist nicht sehr erfreulich: Wir leben in einer Gesellschaft mit einer „verrückten“ (keine Metapher!) Ökonomie.

Zur Person: Der Berliner Politikwissenschaftler Michael Heinrich hat sich in «Die Wissenschaft vom Wert» (1991, erweiterte Neuauflage 1999) ausführlich mit der Entwicklung der Marxschen Ökonomiekritik auseinandergesetzt. Seine bereits in acht Sprachen übersetzte «Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung» (seit 2004 in zwölf Auflagen im Schmetterling Verlag erschienen) dürfte in Deutschland die am weitesten verbreitete Einführung ins ökonomische Werk von Marx sein. Mit «Wie das Marxsche ‹Kapital lesen›?» (2008 erschien Teil 1, 2013 Teil 2) legte er einen detaillierten Kommentar zu den ersten fünf Kapiteln des ersten «Kapital»-Bandes vor.

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