Rolf Pohl – Pathische Projektion im ‚postfaktischen Zeitalter‘

Titel: „Pathische Projektion im ‚postfaktischen Zeitalter‘. Zur Wahrnehmungs- und Massenpsychologie der autoritären Propaganda“

Ankündigungstext:

„Was auch immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!“ In einem längst begonnenen „postfaktischen Zeitalter“ der Lüge, der Halbwahrheit und der Heuchelei ist diese Warnung Erich Kästners aktueller denn je. Vor diesem Hintergrund soll ausgehend von Adornos unausgearbeitetem Konzept der „pathischen Projektion“ sowie seiner massenpsychologischen Theorie der faschistischen Propaganda dem Wiedererstarken autoritärer Dispositionen vor allem unter einer wahrnehmungspsychologischen Perspektive nachgegangen werden. Dabei geht es um die zeitgemäße Anfälligkeit für populistische Rhetoriken, um die Wirkungsweise ressentimentgeleiteter Demagogie und damit letztlich um die berühmte Frage Adornos, wie Menschen mittels autoritärer Propaganda eigentlich dazu gebracht werden, ihren eigenen, das heißt den ihnen eingetrichterten Wahnsinn auch zu glauben.

Referent:

Rolf Pohl hat bis 2017 als Professor für Sozialpsychologie an der Leibniz Universität Hannover gearbeitet und gehört mit zu den GründerInnen der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie (agpolpsy.de) sowie der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie (psychoanalytischesozialpsychologie.de). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-Täter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Männlichkeit, sexuelle Gewalt, männliche Adoleszenz.

Zeit/Ort:

17:45-18:30 Uhr, Raum C22, Universität Trier