Lars Rensmann – Politische Psychologie heute: Die Rückkehr des autoritären Charakters

Titel: „Politische Psychologie heute: Die Rückkehr des autoritären Charakters“

Ankündigungstext:

Lange Zeit galten die Forschungen der ersten Generation der Kritischen Theorie zum Autoritarismus als gesellschaftlichem und politisch-psychologischem Problem als theoretisch und empirisch veraltet. Mit der Renaissance autoritär-nationalistischer Revolten auch in den liberal verfassten Demokratien des 21. Jahrhunderts richtet sich der Blick jedoch in Wissenschaft und Publizistik wieder zunehmend auf die älteren Studien der Frankfurter Schule zum “autoritären Charakter”, den Bedingungen und sozial-psychologischer Regression und zu autoritärer Demagogie der “Prophets of Deceit” (Leo Löwenthal). Der Einführungsvortrag beleuchtet die Schneisen, welche die Kritische Theorie für politisch-psychologische Forschung zum Autoritarismus geschlagen hat, bewertet ihre Aktualität und ihre Grenzen, und setzt sie in Beziehung zu neueren Forschungen und politisch-psychologischen Herausforderungen autoritärer Rebellionen in der Gegenwart.

Referent:

Prof. Dr. Lars Rensmann ist Professor für Europäische Politik und Gesellschaft und Geschäftsführender Direktor des Fachbereichs Europäische Sprachen und Kulturen an der Rijksuniversiteit Groningen (Niederlande). Bis 2015 leitete er den Fachbereich Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der John Cabot University in Rom (Italien). Rensmann lehrte und forschte zudem u.a. an der University of Michigan, der Yale University, der University of California at Berkeley, der Haifa University (Israel), der Universität Wien, der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Humboldt Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin. Er ist der Autor zahlreicher Veröffentlichungen, u.a. The Politics of Unreason: The Frankfurt School and Antisemitism (SUNY Press, 2017), Arendt and Adorno: Political and Philosophical Investigations (Stanford UP, hrsg. mit Samir Gandesha, 2012), Politics and Resentment: Antisemitism and Counter-Cosmopolitanism in the European Union (Brill, hrsg. mit Julius H. Schoeps, 2011), Gaming the World: How Sports are Reshaping Global Politics and Culture (Princeton UP, mit Andrei S. Markovits, 2010), Demokratie und Judenbild: Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik (VS Verlag, 2005).

Zeit/Ort: 10:15-11:45 Uhr, Raum C22, Universität Trier