Rosa Salon in Rot

Unser youtube-Kanal!

Ab sofort haben wir auch unseren eigenen youtube-Kanal, auf dem ihr viele unserer Vorträge noch mal anhören könnt: https://www.youtube.com/channel/UCG9YP2seTsOGI66gbtKBAaw

Wer keinen Bock auf youtube hat, kann auch rüber zu Mixcloud springen: https://www.mixcloud.com/Rosa_Salon/

 

Audioaufnahme: Martin Seeliger – „Deutscher Gangsta-Rap – Zwischen Affirmation und Empowerment“, 25.05.2016, Trier

„Gangstarapper sind sexistische, homophobe Asis mit Migrationshintergrund und Hang zur Kriminalität.“ Das kann sein. Aber trotzdem ist das eine ziemlich reduzierte Sicht. Aus unterschiedlichen sozial- und kulturwissenschaftlichen Blickwinkeln unternimmt Martin Seeliger den Versuch, Gangstarap-Images als Aktualisierungsversuch hegemonialer Männlichkeit oder eines individualisierten Klassenkampfes verständlich zu machen. Mal sehen, ob es gelingt.

Martin Seeliger ist Post-Doc am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Junior Fellow am Kolleg Postwachstumsgesellschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Audioaufnahme: Prof. Dr. Dieter Hüning – „Kapitalismus und Eigentum – Über den Zweck der rechtlichen Gewährleistung des Eigentums“, 01.06.2016, Trier

Der Gegenstand des Vortrags ist die Klärung der Frage, was eigentlich die im Grundgesetz (Art. 14, Abs. 1) formulierte Garantie des Eigentums bedeutet, genauer gesagt, worin die sozioökonomischen Konsequenzen der staatlichen Eigentumsgarantie bestehen. Der Vortrag wird sich zu diesem Zweck auf die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie, wie sie vor allem im Kapital entwickelt wurde, beziehen.

Nach einer weit verbreiteten ideologischen Ansicht besteht der Zweck des Eigentums in der bestmöglichen Versorgung der Bürger mit nützlichen Gütern, wobei die Ungleichheit der Eigentumsverteilung zugleich als Ausdruck einer unvermeidlichen Güterknappheit gedeutet wird. Der Vortrag beabsichtigt, entgegen dieser Deutung der kapitalistischen Eigentumsgesellschaft zu zeigen, dass die Staatsgewalt mit ihrer Eigentums­garantie ziemlich ungemütliche Verhältnisse in die Welt setzt: Eigentum ist daher nicht ein Verhältnis eines Menschen zu einer Sache, deren Gebrauch für ihn nützlich ist, sondern vielmehr die Grundlage eines staatlich verbürgten Verhältnisses von antagonistischen gesellschaftlichen Interessen, das die Masse der Gesellschafts­mitglieder von der Partizipation am gesellschaftlichen Reichtum ausschließt. Das ist der Witz am Privateigentum, dass in einer Gesellschaft, in der es gilt, die meisten Menschen eigentumslos sind. Durch die Trennung der Produzenten von den Produktionsmitteln, die den Eigentümern gehören, sind die ersteren gezwungen, ihre Arbeitskraft lebenslänglich in den Dienst der Vermehrung fremden Eigentums zu stellen, ohne damit jemals in der Lage zu sein, den Ausgangspunkt des Verkaufs ihrer Arbeitskraft, d. h. ihre ökonomische Not und Armut aufgrund ihres Ausschlusses von den Produktionsmitteln aufzuheben.
Der bürgerliche Staat bewährt sich mit seiner rechtlichen Gewährleistung von Freiheit der Person und Eigentum als „ideeller Gesamtkapitalist“: Er dient nicht den konkreten ökonomischen Interessen einzelner Eigentümer, sondern versteht sich als Sachwalter kapitalistischer Geldvermehrung oder – wie Angela Merkel nicht müde wird zu betonen – des „Wachstums“.

Mehr Infos zu Dieter Hüning gibt es hier: https://www.uni-trier.de/index.php?id=56824

Audioaufnahme: Prof. Dr. Jürgen Link – „Von der Griechenlandkrise zur Flüchtlingslawine – Diskursanalyse einer Krisenlawine“, 11.05.2016, Trier

„Auf der „Zukunftskonferenz“ der CDU in Schkeuditz bei Leipzig am 14. Oktober 2015 versuchte Kanzlerin Merkel, die sich damals gerade überschlagende „Flüchtlingslawine“, die losgetreten zu haben ihr heimlicher Konkurrent Schäuble sie beschuldigt hatte, zu relativieren: Krisen seien nichts Neues in ihrer Kanzlerschaft, die eine Kette von Krisen gewesen sei von der Finanz- über die Euro- bis zur Griechenlandkrise. „Wir“ hätten immer alle Krisen „geschafft“. Was sind eigentlich Krisen in unserer sogenannten Postmoderne? Die hier zu erläuternde These lautet: Sie sind „Denormalisierungen“, Verluste von Normalitäten, und die werden diskursiv orchestriert, insbesondere von den Massenmedien, einschließlich Internet. Denormalisierungen sind zwar nicht bloß „Stimmungen“ (Heinz Bude), aber ohne Stimmungen wären sie nicht, wie man am massenhaften „Rechtsruck“ sieht. Diese allgemeine Problematik soll an den zwei Gipfeln der Zuspitzung im Jahr 2015 und ihrem Zusammenhang konkretisiert werden: der gnadenlosen Versenkung Griechenlands in die Dritte Welt, in eine niedrige „Normalitätsklasse“, durch ein Europa unter deutscher Hegemonie, und der dadurch erst „losgetretenen“ großen Denormalisierung der Massenflucht über die „Balkanroute“. Die erste, gegen Berlin dissidente, Syrizaregierung durfte „keinen Stich kriegen“, die von ihr formulierte „Hoffnung“ musste an der Wurzel zerstört werden – lieber eine Denormalisierung nach „rechts“ als nach „links“.“

Das Kapital! Workshop zur Einführung – jetzt anmelden!

Was heißt das denn eigentlich: Kritik der politischen Ökonomie? So lautet der Untertitel von Marx’ Hauptwerk “Das Kapital”, in dem er die Ökonomen seiner Zeit ganz fundamental kritisiert und damit gleichzeitig eine grundsätzliche Analyse der kapitalistischen Produktionsweise vorlegt. In diesem Workshop schauen wir uns gemeinsam an, wie genau die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise von Marx aussieht. Zuerst eignen wir uns dabei in gemeinsamer Diskussion auch anhand von Auszügen aus dem Original die ersten Grundbegriffe aus dem ersten Band von “Das Kapital” an. Je nach Interesse der Teilnehmer_innen vertiefen wir einzelne Aspekte davon und/oder auch noch andere Bereiche wie bspw. Geld, Fetisch oder Krise. Es wird viel Raum für die gemeinsame und kritische Diskussion geben.  (mehr …)

Deutscher Gangsta-Rap – Zwischen Affirmation und Empowerment (mit Martin Seeliger)

Der Rosa Salon und das Referat für Antirassismus und Antifaschismus der Universität Trier laden euch ein zum Vortrag von Martin Seliger zum Thema: Deutscher Gangsta-Rap – Zwischen Affirmation und Empowerment.

„Gangstarapper sind sexistische, homophobe Asis mit Migrationshintergrund und Hang zur Kriminalität.“ Das kann sein. Aber trotzdem ist das eine ziemlich reduzierte Sicht. Aus unterschiedlichen sozial- und kulturwissenschaftlichen Blickwinkeln unternimmt Martin Seeliger den Versuch, Gangstarap-Images als Aktualisierungsversuch hegemonialer Männlichkeit oder eines individualisierten Klassenkampfes verständlich zu machen. Mal sehen, ob es gelingt.

Martin Seeliger ist Post-Doc am Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und Junior Fellow am Kolleg Postwachstumsgesellschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Der Vortrag findet statt am Mittwoch, 25. Mai 2016 in Raum B 21 der Universität Trier. Veranstaltungsbeginn ist 18:00 Uhr. Weitere Infos findet ihr hier!